Amerikanisches Mahjong: die Jahrescarte regiert

Amerikanisches Mahjong ist kein Regionalableger mit anderer Zählung, sondern ein eigenes Spiel: Es gibt keine freie Handbildung, sondern eine jährlich neu gedruckte Carte, die vorgibt, welche Hände gültig sind.

Der entscheidende Unterschied

In allen anderen Systemen baust du eine Hand, die einer Regel entspricht. Hier baust du eine Hand, die auf der Carte dieses Jahres steht.

Die Carte wechselt jährlich. Eine Hand, die letztes Jahr gültig war, kann dieses Jahr nichts wert sein — deshalb liegt in jedem Verein die aktuelle Ausgabe auf dem Tisch.

Material und Ablauf

152 Steine: zusätzlich zu den üblichen Serien und Ehrensteinen acht Blumen und acht Joker. Vier Spieler, 13 Steine auf der Hand. Gespielt wird auf Gestellen (Racks). Joker ersetzen fehlende Steine — aber nicht in jeder Hand. Die Carte markiert die Ausnahmen (etwa für einzelne Paare oder bestimmte Muster). Charleston: Vor dem Spiel werden Steine in drei Runden weitergegeben; danach ist ein freiwilliger Tausch möglich.

Was es nicht gibt

Kein Chow. Nur Pung und Kong sind gültige Rufe — wer aus dem Riichi kommt, muss das zuerst ablegen. Keine Yaku-Prüfung. Gültig ist, was auf der Carte steht; „schöne“ Hände ohne Cartenbezug zählen nicht. Keine einheitliche Punkteskala. Die Carte nennt Werte pro Hand. Wir beschreiben Regeln, nicht das Spielen um Geld.

Das Wichtigste

  1. Nimm die Carte des laufenden Jahres mit — ohne sie ist keine Hand prüfbar.
  2. Prüfe vor jedem Ruf: Ist Pung/Kong hier überhaupt erlaubt? Chow gibt es nicht.
  3. Lerne die Joker-Ausnahmen: Sie sind die häufigste Fehlerquelle.

Häufige Fragen

Warum ändert sich das Spiel jedes Jahr?
Die Jahrescarte wird neu herausgegeben. Das hält das Spiel abwechslungsreich und macht alte Karten wertlos.
Kann ich mit Riichi-Steinen spielen?
Die Steine ähneln sich, aber Joker und Carte fehlen. Ein vollständiges NMJL-Set ist nötig.
Ist amerikanisches Mahjong schwerer?
Anders. Es verlangt kein Yaku-Wissen, dafür sicheres Lesen der Carte.